Experten halten Biowetter-Vorhersagen für Unsinn

Haben Sie in den vergangenen Tagen innere Unruhe gespürt? Hatten Sie Kopfschmerzen? Oder spannten Ihre Narben? Dann könnten Sie wetterfühlig sein – jedenfalls, wenn man den Biowetter-Berichten traut. Experten jedoch halten die meisten dieser Prognosen für puren Unfug. Autor: Axel Bojanowski —– Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 11.10.09

Eine Antwort zu “Experten halten Biowetter-Vorhersagen für Unsinn”

  1. FOREVER sagt:

    Die meisten der Biowetter-Empfehlungen dürften tatsächlich noch viel zu ungenau und damit – wie im Artikel beschrieben – medizinisch-praktisch weitgehend wertlos sein. Trotzdem stellt ihre routinemässige Verkündung einen generellen Fortschritt dar. Zum einen rücken Wetter- und Klimaphänomene in ihren grundsätzlichen Auswirkungen auf die körperliche und psychische Verfassung ins allgemeine Bewußtsein und werden dadurch ernster genommen, zum anderen wird die medizinischer Berücksichtigung subjektiver Befindlichkeit aufgewertet und mit leicht nach zu vollziehenden Alltagsphänomenen wie z.B. den Variationen der „gefühlten Kälte” bei „objektiv” gleichen Temperaturen popularisiert.

    Der Artikel liefert dabei auch sehr gutes Anschauungsmaterial für die Notwendigkeit einer individuell angepassten medizinischen Betrachtungsweise, wie sie gerade auch im Bereich Anti-Aging gelten müsste und die letztlich aus der Komplexität des Natur-Kultur-Wesens Mensch resultiert. Der beim Autor bzw. in der Schulmedizin zum Ausdruck kommende verdeckte Wunsch nach einfachen und allgemeinen Standardlösungen ist dabei im Grunde ein rückwärts gewandter und schon immer falsch verstandener Objektivismus, der der Vielfalt menschlicher Lebenslagen und der menschlichen Natur noch nie gerecht werden konnte. Beim Krankwerden bzw. der Gesundung eines Menschen spielen letztlich nur in bestimmten Fällen eineindeutige materielle Phänomene die ausschlaggebende Rolle. Stattdessen wäre es angemessener, die komplexen und hochdynamischen Systemgleichgewichte zu berücksichtigen, bei denen biologisch-genetische, zelluläre, physiologische, organische, hormonelle, neuronale, emotionale, sprachlich-symbolische, interaktive und geistige Systemebenen miteinander integriert werden müssen. Wer diese Komplexität allzu schnell und allzu stark reduziert, läuft dagegen Gefahr, statt wirklicher Ursachenbehandlung in einen tödlichen Regress blosser Symptombekämpfungen hineinzufallen, während nur eine systemische Herangehensweise z.B. auch die im Artikel beschriebenen teils verblüffenden Widersprüche und Inkonsistenzen zwischen den Wetterreaktionen verschiedener Individuen erklären könnte…


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