Das Zentrum des New-Age-Tourismus
Das Labor für Evolution nahe dem südindischen Pondicherry ist eine Esoterikversion von Disneyworld, aber auch eine umtriebige Gemeinschaft, die immer wieder Neues ausprobiert. Autor: Frederik Fischer —– Weiter zum Artikel auf taz-Online vom 06.05.10 über die südindische Stadt Auroville
Dieser Eintrag wurde am Samstag, 15. Mai 2010 um 04:09 erstellt und ist abgelegt unter Natürliche Unsterblichkeit, Religion, Top News. Mit dem RSS 2.0 Feed kannst du den Antworten zu diesem Artikel folgen.
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Sri Aurobindo war übrigens kein klassischer indischer Guru sondern genoss eine westliche Erziehung in Europa und setzte sich später sehr kritisch mit den geistigen und religiösen Traditionen seiner Heimatkultur und insbesondere mit der Lehre der Reinkarnation auseinander. Auf dieser Basis entwickelte er auch eine ganz eigene spirituelle Vision von körperlicher Unsterblichkeit, die sich vor allem in den Büchern seines Schülers, des Franzosen Sat Prem, niedergeschlagen hat.
Bei heutigen Anhängern von Aurobindo stösst man allerdings in der Regel auf keine Resonanz für dieses Thema, wie auch Auroville wohl mehr eine Art exotisches Aussteigerprojekt für zivilisationsmüde Westler darstellt statt Keimzelle für die Neubegründung der gesamten menschlichen Kultur, wie das Projekt ursprünglich einmal gedacht war (und wodurch es überhaupt erst seinen UN-Sonderstatus erhielt). Die Werke Aurobindos haben dagegen u.a. Eingang gefunden in die Arbeit von Ken Wilber und es ist gut möglich, daß die Offenheit des populären US-Philosophen für die Perspektive physischer Unsterblichkeit, wie sie insbesondere in seinem Bildungsroman ‘Boomeritis’ zum Ausdruck kommt, vor allem aus dieser Inspirationsquelle herrührt.