Warum Männer früher sterben

Frauen leben im Schnitt länger als Männer. Warum? Anhand von Daten aus 30 europäischen Ländern haben Forscher jetzt beziffert, welchen Anteil Zigaretten und Alkohol an diesem Geschlechterunterschied haben. Weiter zur dpa-Meldung via SPIEGEL-Online vom 18.01.11

2 Antworten zu “Warum Männer früher sterben”

  1. 24.01.11: Forever sagt:

    Die Ausgangsfrage nach dem Unterschied in der durchschnittlichen Lebenserwartung zwischen den Geschlechtern ist schwer zu beantworten, weil hier wohl ganz unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen, die auch noch ein unterschiedliches Gewicht besitzen, siehe den verlinkten Artikel. Selbst wenn man tatsächlich einige wichtigere Einflussgrössen wie z.B. Alkohol- und Tabakkonsum identifizieren kann, so ist das mehr eine Teilerklärung auf der deskriptiven Ebene, denn bei der weiterführenden Frage, WARUM Männer im Vergleich mehr trinken und mehr rauchen, landet man doch wieder bei komplizierteren – oder nur schwerer zu untersuchenden – psychosozialen Aspekten der kulturell geprägten Rollenbildern und Verhaltensstereotypen, wie einige Kommentatoren richtig feststellten. (Der von einigen Lesern meist in polemischer Absicht eingeworfene Hinweis auf die tatsächlich viel größere Suizidneigung von Männern ist dagegen vernachlässigbar, da Suizid insgesamt nur rund ein Prozent aller jährlichen Todesfälle ausmacht.)

    An dieser Stelle soll allerdings noch einmal darauf hingewiesen werden, daß es sich auch hier wieder nur um allgemein-statistische Durchschnittswerte handelt, die nur begrenzte Aussagekraft für den individuellen Einzelfall entfalten. Die epidemiologisch-statistische Differenz zwischen Männern und Frauen ist dabei mit ca. 5 Jahren im Grunde genommen gar nicht einmal so besonders groß. Die Schwankungsbreite zwischen Individuen, z.B. auch innerhalb der Geschlechter, fällt wesentlich höher aus und kann sogar bis auf einige Jahrzehnte ansteigen und so finden wir z.B. nicht wenige Frauen, die mit Anfang 60 sterben und viele Männer, die weit über 90 werden o.ä. Konstellationen. Die genauere Auseinandersetzung mit geschlechterspezifischen Differenzen der Lebenserwartung sollte daher primär der Analyse der tieferen kausalen Faktoren dienen, die in die individuelle Lebenslänge mit eingehen, nicht aber der oberflächlich-ideologischen und fatalen Bestätigung deterministischer Weltbilder.

    Lebenspraktisch von großer Wichtigkeit ist auch noch der Hinweis, der in solchen Artikeln über die durchschnittliche Lebenserwartung meist fehlt, dass es einen Unterschied zwischen der Lebenserwartung ab Geburt und der im höheren Lebensalter gibt, da die Statistik durch alle Todesfälle im Kindes-, Jugend- und frühen Erwachsenenalter nach unten verzerrt wird. Menschen jenseits der 30 oder 40 dürfen daher rund 5 Jahre hinzuzählen, so daß erwachsene Männer über 40 heute “im Schnitt” mit ca. 81 Jahren, erwachsene Frauen sogar schon mit ca. 86 Jahren rechnen können!

  2. 24.01.11: Lothar sagt:

    Persönliche Anmerkung: Ich habe selten eine solch geballte Mischung aus Zynismus, Pessimismus, Frauenfeindlichkeit und Borniertheit gelesen, wie in der Forendiskussion zu diesem Artikel. Maximal 10% an sinnvollen Beiträgen steht gut 90% an “eloquenter Larmoyanz” gegenüber. Foren scheinen generell nur ausnahmsweise konstruktivere und produktivere Debatten hervorzubringen, obwohl hier sicher auch das Ausmass an Moderation und die Zusammensetzung der Teilnehmer eine wichtige Rolle spielen. Die virtuelle Anonymität, Fremdheit und Distanz zwischen allen Beteiligten begünstigt dagegen wohl erst einmal solche Teilnehmer, die ihre Ohnmacht, Wut oder Häme etc. “aus dem richtigen Leben” kompensieren bzw. loswerden wollen und so das ganze Diskussionsklima negativ vorprägen. Gerade das Thema der extremen Langlebigkeit setzt aber eine wohlwollend-optimistischere Sicht auf den Mensch und das Leben voraus, während man es in einem Umfeld geballter Menschenverachtung kaum zur Geltung bringen kann. Die Einforderung von Kritikfähigkeit oder gar “kritischem Bewußtsein”, so wichtig das in vielerlei Zusammenhängen auch ist, dient dabei allzuoft nur als blosses intellektuelles Deckmäntelchen für eine tiefe Hoffnungslosigkeit oder auch nur als Ausrede für die Dauerprojektion einer notorisch schlechten Laune…

Hinterlasse eine Antwort

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.