Lange leben durch viel Arbeit

Eine Langzeitstudie fördert überraschende Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Lebenserwartung ans Tageslicht. Weiter zum Artikel einer Presseagentur via FOCUS-Online vom 14.03.11

Eine Antwort zu “Lange leben durch viel Arbeit”

  1. 22.03.11: Forever sagt:

    Leider besitzt der Querschnitt der 18 Leserkommentare mehr Erkenntniswert als die Ausgangsnachricht. Eine US-Langzeitstudie über zwanzig Jahre, die Menschen untersucht, die 1921 zehn Jahre alt waren, bricht übrigens ziemlich genau zum Zeitpunkt des Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg ab. Aussagen über individuelles Lebensglück, Lebenszufriedenheit oder den individuellen Lebensstil lassen sich aber nicht unabhängig von historischen, sozialen oder politischen Großentwicklungen treffen, wie auch eine glückliche Kindheit und Jugend tatsächlich noch wenig über das weitere Lebensglück aussagt.

    Beim potentiellen Zusammenhang zwischen Glück, Gesundheit und Langlebigkeit wäre in Wirklichkeit die gesamte Lebensspanne zu berücksichtigen, was methodisch einen kaum zu bewältigenden Forschungsaufwand erfordern würde. Außerdem ist “Persönlichkeit” schon innerhalb der Psychologie ein umstrittenes Konstrukt, weil sie zum einen eben die soziale Dimension persönlicher Eigenschaften falsch individualisiert, zum anderen aber auch weil sie dynamischen Veränderungsaspekten der menschlichen Psyche zu wenig Raum lässt. Dies ist in den modernen Gesellschaften mit ihrem beschleunigten sozialen Wandel von noch größerer Bedeutung als in traditional geprägten Kulturen.

    Im übrigen spiegelt sich in der Relation von Glück und Langlebigkeit immer das Verhältnis von Qualität und Quantität des Lebens, wobei immer nur die grundlegende Ausrichtung an ersterem eine tiefere Motivation zur Erhöhung von letzterem liefern kann. “Vorsicht” und “Hartnäckigkeit” ALLEIN, als generelle Grundhaltungen, können sicher über oberflächlichen Optimismus triumphieren. Für die emphatische Hinwendung zur extremen Langlebigkeit sind solch defensive Lebenskonzepte aber zu wenig.

    Zum Verhältnis von Lebensquantität und Lebensqualität siehe auch einen entsprechenden Kommentar von November 2009 anlässlich einer Langlebigkeitskonferenz in Kalifornien.

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