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Am 9. September bestand FOREVER genau zwei Jahre, Zeit für eine erneute kleine Zwischenbilanz. Nach dem Relaunch
letzten Herbst ist es ganz gut gelungen, kontinuierlich und in erweitertem Umfang die News herauszubringen. Darin spiegelt sich zum einen der Anspruch des Magazins auf grössere A ktualität, um das Thema der physischen Unsterblichkeit besser an andere relevante Diskussionen von
allgemeinem Interesse anzubinden. Zum anderen erlaubt es die Newsarbeit, ein ganzes Spektrum immortalistischer Aspekte abzudecken und partiell miteinander in Beziehung zu setzen, worin eine grundlegend
integrale Herangehensweise zum Ausdruck kommt. Jede zugespitzte Spezialisierung und Einengung der inhaltlichen Perspektive etwa nur auf die wissenschaftliche Alternsforschung oder nur auf bestimmte soziale,
psychologisch-praktische oder philosophische Aspekte etc. wäre für eine regelmässig erscheinende Publikation schon aus rein quantitativen Gründen nicht sehr ergiebig, und
dass dies auch inhaltlich nicht besonders sinnvoll wäre, wurde hier und an anderer Stelle dagegen schon desöfteren genauer ausgeführt. Der resultierende Spagat von ganz
unterschiedlichen Blickwinkeln, Meinungen und weltanschaulichen Grundpositionen ist zwar einerseits interessant aber nicht immer ganz einfach zu bewältigen. Ob er jeweils
gelingt, muß offen bleiben und kann nur die Leserschaft entscheiden.
Durch die Konzentration auf die News muß die weiterführende und vertiefende
Textarbeit, wie sie den Schwerpunkt vor dem Relaunch bildete, aber auch die kontinuierliche Verbesserung und Erweiterung der Website weiterhin etwas
zurückstehen. Bei begrenzten Ressourcen ist Schwerpunktsetzung unvermeidlich, und hier wäre einfach professionelle Teamarbeit gefragt. Dies gilt insbesondere auch für eine noch häufigere Aktualisierung, die das schnelle Medium Internet geradezu fordert, die
aber mit einem zeitlichen Arbeitsaufwand verbunden ist, der von einem einzelnen nicht zu leisten ist. Ich kann daher nur weiter dazu auffordern, mir interessante, passende und
formal durchgearbeitete Texte zu den Themen dieses Magazins zuzusenden - möglichst im Umfang von zwei bis fünf Seiten Din à 4 mit jeweils ca. 2000 Zeichen - oder sich um eine anderweitige Mitarbeit zu bewerben.
Die Resonanz steigt langsam aber stetig und liegt seit mehr als einem halben Jahr
konstant bei über dreitausend Seitenabrufen pro Monat, was doch eine ziemlich erstaunliche Zahl ist, wenn man die oben angedeuteten Schwächen und Beschränkungen
des ganzen Projekts bedenkt. Es ist generell schwer, aus den technisch generierten Seitenabrufstatistiken präzise auf die wirkliche Zahl der einzelnen Leser
rückzuschliessen, aber verschiedene Zusatzinformationen weisen darauf hin, dass sich hinter diesen monatlich über dreitausend Klicks wahrscheinlich - mindestens - ein paar
Dutzend sehr hoch motivierter Stammleser bis - maximal - zwei- bis dreihundert Stamm-, Gelegenheits- und Zufallsleser verbergen. Naheliegend ist natürlich eine gestaffelte
Mischung ganz verschiedener und unterschiedlich starker Interessen und Motive. Hundert bis hundertfünfzig Leser im Durchschnitt erscheinen auf den ersten Blick noch nicht
besonders viel, sind aber allein auch schon deshalb ermutigend und anspornend, weil für FOREVER noch so gut wie gar keine systematische oder gar professionelle Werbung
betrieben wird. Eine solche öffentliche Plattform muß aber zunächst mit der Zahl, der Qualität und dem Engagement ihrer Macher wachsen, wobei ich schon immer der
Meinung war, dass das allgemeine Potential für solch ein Magazin ein grösseres Vielfaches der aktuellen Leserzahlen beträgt. Erschlossen werden kann es aber weiterhin
in erster Linie nur durch kontinuierliche, kompetente und geduldige Sach- und Informationsarbeit, in zweiter Linie durch das entschiedene Einnehmen einer eindeutigen Position, an der sich die Leser orientieren können, und sei es in kritischer Abgrenzung.
Alles weitere ist dem nachgeordnet.
Die anhaltende und steigende Resonanz betrachte ich dabei nur zum Teil als persönliche
Anerkennung und Ermutigung, zum anderen Teil drückt sich darin ein generell gesteigertes Interesse am Thema der Langlebigkeit in der Gesellschaft aus, wie es sich
schon 2004 in der Methusalem-Komplott-Debatte, der verstärkten Diskussion um das Demographie-Problem oder die Stammzellforschung u.ä. andeutete und sich
insbesondere im letzten dreiviertel Jahr in einer gesteigerten medialen Aufmerksamkeit für neueste Ansätze in der Alternsforschung niederschlägt. Man könnte dieses
ansteigende kollektive Interesse wahrscheinlich sehr gut in den letzten sechs bis acht News-Folgen verfolgen, obwohl man diese Tendenz aber auch nicht überschätzen muß.
Langlebigkeit und Unsterblichkeit sind und bleiben bis auf weiteres seltene Ausnahmethemen in den normalen Medien, und das ist auch der Hauptgrund für die Existenz und den tieferen Sinn eines solchen Magazins.
(Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst als Einleitung zu News-Folge 18. Siehe auch ‘Ein Jahr FOREVER’.)
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