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Update der Liste mit zehn Lektüre-Empfehlungen von März 2008, die eine komprimierte Übersicht über das ganze Spektrum unterschiedlichster
wissenschaftlicher, psychologischer, politischer, literarischer und philosophischer Aspekte der extremen Langlebigkeit liefern soll. Die Auflistung beschränkt sich bewußt auf deutschsprachige Titel und ist
alphabetisch nach Autorennamen geordnet. Weitere Erläuterungen dazu siehe die älteren Fassungen von 2005 bzw. 2003:
1. Emmanuelle Arsan: ‘Emmanuelle oder Die Schule der Lust’, 1967, Roman Der erotische Exzess, die
sexuelle Grenzüberschreitung und der von der Autorin propagierte ‘Erotismus’ ist vielfältig mit der Idee der physischen Unsterblichkeit verknüpft. Dies liegt vor allem daran, daß extreme Langlebigkeit auf eine
extreme Steigerung der Lebensqualität verweist, Liebe/Sexualität/Erotik aber wiederum zentrale Elemente von letzterem darstellen.
2. Elias Canetti: ‘Die Provinz des Menschen’, Aufzeichnungen von 1942-1972 Der eigenwillige
Literaturnobelpreisträger und Theoretiker der Massenpsychologie zeigt sich in seinen Aphorismensammlungen als einer der schärfsten und prominentesten Verächter des Todes im 20. Jahrhunderts, was in der
intellektuellen Öffentlichkeit bisher wenig Beachtung fand.
3. Luigi De Marchi: ‘Der Urschock - Unsere Psyche, die Kultur und der Tod’, 1984,
Sachbuch Ausgehend von einer Kritik an der Ausblendung des Todesthemas in der Psychoanalyse zeichnet der italienische Psychoanalytiker ein bestechendes wie
bestürzendes Bild der gesamten Menschheitsentwicklung, die sich als dynamische und hochambivalente Abwehr des Todes deuten läßt. Absolute Pflichtlektüre, wer auf einer einer bestimmten Ebene intellektuell mitreden
will.
4. Mircea Eliade: ‘Jugend ohne Jugend’, 2007, Roman Der berühmte Religionsforscher Mircea Eliade war auch Romanschriftsteller und hat die unterschiedlichsten Themen und Motive seiner Disziplin in
faszinierenden Geschichten verarbeitet. Auch die Idee der physischen Unsterblichkeit - die ja wohl eher ein Stiefkind der Religionswissenschaft darstellt - hat er verschiedentlich aufgegriffen. ‘Jugend ohne Jugend’
(ursprünglich ‘Der Hundertjährige’) ist nun von Regisseur Francis Ford Coppola eindrucksvoll verfilmt worden. Kinostart in Deutschland voraussichtlich Juli 2008.
5. Peter Gruss (HG): ‘Die Zukunft des Alterns - Die Antwort der Wissenschaft’
, 2007.
Von der Max Planck-Gesellschaft herausgegebener Sammelband zu aktuellen Fragestellungen innerhalb der biomedizinischen Alternsforschung, der die wichtigsten Unterthemen abdeckt.
6. Prentice Mulford: ‘Unfug des Lebens und des Sterbens’, 1977, Essayband Wenn es einen klassischen Autor sogar schon vom Ende des 19. Jahrhunderts gibt, der die Idee der körperlichen Unsterblichkeit am emphatischsten vertreten hat, dann wäre wohl an erster Stelle Prentice Mulford zu nennen. Daß man ihn auch als ‘den Vater des positiven Denkens’ bezeichnet, hat zwar seine inhaltliche Richtigkeit, ist aber insofern irreführend, weil ‘positives Denken’ in der Regel etwas viel seichteres, oberflächlicheres und inkonsequenteres darstellt.
7. Tom Robbins: ‘PanAroma’, 1985, Roman Alobar sucht Kudra, Kudra sucht Alobar. Doch was ist das 5. Element? Tom Robbins hat in seinem überaus vergnüglichen wie tiefsinnigen Roman
ernstgemeinte und sehr praktisch orientierte Ansätze zur physischen Unsterblichkeit verarbeitet, die vor allem in der Rebirthingbewegung vertreten werden.
8. Frank Schirrmacher: ‘Das Methusalem-Komplott’, 2004
Die immortalistischen Aspekte, die nur in einem kurzen Unterkapitel angesprochen werden, sind sicher unterbelichtet wie der einseitig zugespitzte demographische Alarmismus übertrieben und irreführend ist. Trotzdem besitzt der Riesenbestseller des Herausgebers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen grundlegenden Wert, weil hier ein hochrangiger Vertreter der Mainstream-Medien sich so umfassend wie kritisch mit den immer noch vorherrschenden tradionellen Alters(selbst)bildern auseinandersetzt.
9. Rüdiger Schmitt/Simone Homm: ‘Handbuch Anti-Aging & Prävention’
, 2008
Umfassender Ratgeber auf wissenschaftlicher Grundlage, der die neueren Erkenntnisse der biomedizinischen Alternsforschung zusammenfasst, um sie für gezielte praktisch-therapeutische Interventionen auszuwerten. Die Autoren gehen dabei auch auf die gesundheitspolitische Dimension des Themas ein. Wegen des stolzen Preises von 42,00 Euro sei alternativ das Buch ‘Besser leben, länger leben’ von Prof. Bamberger aus dem Jahr 2006 empfohlen, das kürzlich in einer preiswerten Taschenbuchausgabe für unter 10 Euro erschienen ist.
10. Ronald Schweppe/Aljoscha Schwarz: ‘Tao und Unsterblichkeit’, 1998
Steht hier für die taoistischen Traditionen der physischen Unsterblichkeit, die die Autoren prägnant, verständlich und praxisorientiert zum Ausdruck bringen.
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