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FOREVER       Magazin für Physische Unsterblichkeit

 (5. Jahrgang)                                     News

News-Folge 29 (6 - 12/08)  

Vorbemerkung:                                                                                                                 Das viergliedrige News-Schema der ersten 26 News-Folgen von Frühjahr 2004 bis Herbst 2006 sowie ihre blockweise Erstellung wurde im November 06 zugunsten einer unregelmäßig-kontinuierlichen Ergänzung neuer Informationen aufgegeben. Eine Auswahl der wichtigsten, interessantesten oder dringendsten Neuigkeiten wird künftig schon auf der Startseite präsentiert. Außerdem gibt es künftig ein vollständiges Inhaltsverzeichnis, wobei die einzelnen Nachrichten inhaltlich-thematischen Rubriken zugeordnet und mit Überschriften versehen sind. Näheres zur Umstellung des News-Konzepts, siehe News 27. Weitere allgemeine Hinweise finden sich dagegen am Fuß jeder News-Seite.

NEWS: Juni - Dezember 2007

 (Folge 29)

        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt:

 

1.6./Politik:

‘Beendet die Diktatur der kurzen Frist!’ Zu einem Artikel in Cicero

2.6./Zitate:

Altern und Einsamkeit

6.6./Alternsforschung:

Berliner Morgenpost: ‘Der Traum vom langen Leben’

11.6./Zitate:

Alice Schwarzer und das Alter

14.6./Demographie:

“Kuba”-Effekt in Deutschland: Demographie erreicht Automarkt

14.6./Alternsforschung:

Natürliche Antikörper attackieren Gehirnplaques

17.6./Zitate:

‘Ein Clown wirkt wie...’

17.6./Religion:

Was heisst ‘Transhedonismus’? Zum SPIEGEL-Titel Atheismus

27.6./Anti-Aging:

An die Inspektion für den Körper denken

7.7./Zitate:

‘Turne...’

7.7./Alternsforschung:

Standort für neues Max-Planck-Institut zur Alternsforschung beschlossen

16.7./Zitate:

Ich werde nicht älter...

3.8./In eigener Sache:

Sommerpause

3.9./Immortalismus:

Pop-Held Perry Rhodan: Kosmos im Kopf

3.9./Alternsforschung:

Netzwerk Alternsforschung gegründet

3.9./Politik:

Grüne profitieren vom demografischen Wandel

3.9./Demographie:

Deutsche werden immer älter

17.9./Zitate:

Kubanische Geheimnisse des hohen Alters

17.9./Immortalismus:

ZEIT: Die Dunkelseher

1.10./Alternsforschung:

Ending Aging - Buch von Aubrey de Grey erschienen

2.10./Religion:

Tagesspiegel: Das Gottesvirus (Dawkins-Besprechung)

2.10./Alternsforschung:

Das Ringen um die Jahre (natur+kosmos Titelgeschichte Oktober)

3.10./Zitate:

Mäuse und Katzen/Einstieg in escape velocity

14.10./Medizin:

WELT: Warum wir bald alle hundert Jahre alt werden

16.10./Alternsforschung:

Thüringer Allgemeine: Menschen werden 40 Jahre älter

16.10./Medizin:

SPIEGEL: Der Kampf gegen das Altern im Kopf

10.11./Religion:

ZEIT: Grüne Gummibärchen

10.11./Zitate:

Optimisten versus Pessimisten

12.11./Psychologie:

SPIEGEL: Todesangst als Wahlkampfhilfe

23.11./Medizin:

SPIEGEL: Die Zellen, aus denen die Träume sind

23.11./Politik:

SPIEGEL: “Die Deutschen müssten bis 77 arbeiten"

23.11./Alternsforschung:

Spektrum: Stammstellenschwund im Alter

29.11./Religion:

Märkische Allgemeine: Strichfigur im Schattenreich

29.11./Philosophie:

ZEIT: Elf Thesen zu Habermas

29.11./Alternsforschung:

Süddeutsche: Können wir ewig leben?

03.12./Termine:

ImmInst-Chat mit Olshansky

04.12./Alternsforschung:

SPIEGEL: Gen-Abschaltung macht Mäuse faltenfrei

10.12./Zitate:

Männlichkeit und Gewalt

11.12./Anti-Aging:

Fit ist wichtiger als fett

11.12./Transhumanism.:

Nano-Bio-Info-Cogno: Wenn Wissenschaftsdisziplinen verschmelzen

11.12./Psychologie:

Trauer kann tödlich sein

14.12./Psychologie:

Süddeutsche: Leben Optimisten länger?

16.12./Zitate:

‘Niemand stirbt vor...!’

18.12./Immortalismus:

Heesters: “Ich fühle mich wie 100"

18.12./Medizin:

ZEIT: Vorsicht Überdosis

18.12./Politik:

CDU: Zelle um Zelle

21.12./Immortalismus:

Tod eines Schürzenjägers

21.12./Religion:

Empirie: Gott bewegt die Deutschen

21.12./Alternsforschung:

SPIEGEL: Der Jahrhundertmensch

24.12./Psychologie:

Die Medizin des Glaubens

24.12./Philosophie:

Bild der Wissenschaft: Zeit ist nur eine Illusion

31.12.07/Zitat des Jahres:

180 Jahre als neue Altershöchstgrenze?

 

 

KURZ NOTIERT:

2.6./Anti-Aging: Spektrum-Rezension ‘Besser leben, länger leben’ 2.6./Immortalismus: PM-Titel zur Artus-Sage 2.6./Anti-Aging: Stern: ‘Was macht eigentlich... ...Dr. Ulrich Strunz?’ 2.6./Immortalismus: Emotion-Interview mit Deepak Chopra 8.6/Anti-Aging: Financial Times Deutschland sichtet Anti-Aging-Markt 8.6./Immortalismus: Wladimir Kaminer wird mulmig 8.6./Anti-Aging: Stiftung Warentest testet Laufschuhe 8.6./Anti-Aging: ‘Gehirn und Geist’-Titel: Der Schlaf 11.6./Demographie: Prof. Vaupel spricht vor G 8-Gipfel 11.6./Alternsforschung: US-Neuerscheinungen im Mai 11.6./Medizin: Neuer Durchbruch in der Stammzellenforschung? 7.7./Immortalismus: Morgan Freeman will unsterblich werden 7.7./Medizin: Nachlassender Geruchssinn als Alzheimer-Hinweis 7.7./Immortalismus: ImmInst-Moderator hält Vortrag in München zur Langlebigkeit 3.9./Transhumanismus: Captain Kirk auf der TransVision 2007! 3.9./Immortalismus: Was taugen Kurzweils Prognosen? 2.10./Alternsforschung: Aubrey de Grey im Observer 2.10./Alternsforschung: Videos zur SENS 3-Konferenz 2.10./Immortalismus: Das verflixte 7. Jahr 2.10./Medizin: Schlechte Luft ist ungesund? 2.10./Alternsforschung: Übersichtswerk zur Biogerontologie

 

 

 

 

 

1.6.07/Politik:

‘Beendet die Diktatur der kurzen Frist!’

‘Die Ideologie des reinen Ökonomismus programmiert unser Leben radikal auf das Hier und Jetzt. Doch extreme Kurzfristigkeit verhindert notwendige Reflexion und kluge Weichenstellungen. Kann die Koppelung von Zeit und Geld gebrochen werden? Ein Plädoyer mit sechs Vorschlägen.’

So lautet die vorangestellte Einleitung zum Essay ‘Beendet die Diktatur der kurzen Frist!’ von Michael Müller (SPD-Bundestagsabgeordneter und Staatssekretär im Bundesumweltministerium) und Andreas Troge (Präsident des Umweltbundesamtes und Professor für Umweltökonomie) in der Mai-Ausgabe des politischen Monatsmagazins ‘Cicero’. Darin arbeiten die beiden Verfasser kurz und präzise heraus, wie das herrschende Grundmuster der Ökonomie auf äußerst kurzfristige Zeithorizonte orientiert ist, was sowohl fortschreitend soziale Bindungskräfte als auch verschiedene Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft zerstöre:  weiter

 

 

 

2.6./Zitate:

‘Nichts läßt einen das Alter so sehr spüren wie das Gefühl der Einsamkeit.

(Aus dem Filmklassiker ‘Die Frau von der man spricht’ von 1942, mit Spencer Tracy und Katherine Hepburn, die am 12. Mai 100 Jahre alt geworden wäre.)

 

 

 

 

6.6./Alternsforschung:

Der Traum vom langen LebenGilgamesch-Ausstellung

Forscher suchen nach Ursachen des Alterns. Lebensstil spielt große Rolle

Der Traum vom ewigen Leben ist so alt wie die Menschheit. Schon in dem ältesten schriftlichen Epos sucht der sumerische König Gilgamesch nach Unsterblichkeit. Heute forschen Wissenschaftler nach den Ursachen des Alterns.                                                                                                             Autor: Walter Willems ----- Weiter zum Artikel der Berliner Morgenpost vom 19.5.07

 

 

 

11.6./Zitate:

‘ZEIT: Andere Feministinnen, etwa Simone de Beauvoir, haben nach ihren Frauenklassikern Bücher über das Alter geschrieben. Treibt sie das Thema auch um?

Alice Schwarzer: Mich persönlich nicht. Noch nicht. Vielleicht in zwanzig Jahren?’

(Alice Schwarzer im Interview der ZEIT vom 31.5. zur Ausgangsfrage, inwieweit der Feminismus heute noch links sei. In zwanzig Jahren ist die 64-jährige Alice Schwarzer 84 Jahre alt, und da dürfte es für größere geistige Einsichten bezüglich des Alters, die mehr sein könnten, als der übliche Fatalismus, wohl etwas zu spät sein. Ihre Reaktion ist geradezu symbolisch für die grandiose Selbstüberschätzung des Feminismus in existentiellen Kernfragen des Menschen, die sich eben nicht mehr nach der blossen Logik des Geschlechts oder unter rein patriarchatskritischen Gesichtspunkten sortieren lassen.

Der Neofeminismus ist generell einer der letzten Großideologien des 20. Jahrhunderts, die von der aggressiv-projektiven Verdrängung des Todes geprägt waren, bzw. hinkt ihnen zeitlich sogar ein wenig hinterher, da er sich erst im Nachklang zu den gesellschaftlichen Umwälzungen von 1968 und aus deren Zerfallsmasse bildete. Mit seinen intellektuellen Zuspitzungen, nach denen Geschlecht rein sozial ‘konstruiert’ sei, die patriarchale Herrschaft der Männer über die Frauen die Wurzel allen Übels und biologische Faktoren nicht nur hier sondern generell vernachlässigbar wären, konzentriert er sich im tiefsten und letzten geradezu ‘klassisch’ bloß auf sekundäre Todesursachen und blendet den primären natürlichen Tod aus. Darin kommt sogar ein verborgener Unsterblichkeitswunsch zum Ausdruck, allerdings in einer völlig unbewußten Form, aber das wäre ein eigenständiges Thema. Weniger erfolgreiche Mitstreiterinnen werden dagegen längst heute schon von den Folgen des Alterns eingeholt, und da die nachwachsenden Generationen intellektuell-akademischer Frauen (etwa ab den Geburtsjahrgängen von 1965) sich schon seit vielen Jahren von den  älteren feministischen Grundhaltungen distanzieren, muß man auch kein großer Prophet sein, um für die nächsten zwanzig Jahre einen krisenhaft beschleunigten Niedergang des Neofeminismus vorherzusagen.

Schon Simone de Beauvoir hatte übrigens mit ihrem Roman ‘Fosca oder Alle Menschen sind sterblich’ das Unsterblichkeitsmotiv denunziert. Auch von einer Alice Schwarzer und allen Gleichgesinnten, die aus ihren überschiessenden ideologischen Verallgemeinerungen und der resultierenden aggressiven Projektion der Todesangst auf einen äußeren und immer nur rein menschlichen Gegner - den patriarchalen Mann bzw. die patriarchale Gesellschaft - eine Art Ersatzreligion gemacht haben, ist daher in dieser Hinsicht wenig konstruktives zu erwarten. Daß der patriarchale Mann mit seiner ungeheuren Entfesselung von Kräften der Destruktivität sich als existentielle Projektionsfläche nur allzu gut eignet, gehört zur tieferen Wahrheitsfindung allerdings untrennbar dazu.)

 

 

 

14.6./Demographie:

"Kuba-Effekt" in Deutschland

"Der Alterungsprozess der Bevölkerung hat den deutschen Automarkt erreicht", schreibt Ferdinand Dudenhöffer, Automobilwirtschaftler an der Fachhochschule Gelsenkirchen in einer aktuellen Studie. Ermittelt wurde auch, welche Marke die jüngsten und ältesten Käufer hat.                                           weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 11.6.07

 

 

 

 

14.6./Alternsforschung:

Natürliche Antikörper attackieren Gehirnplaques

Der menschliche Körper besitzt möglicherweise einen angeborenen Schutz vor Alzheimer. Amerikanische Forscher haben im Blut gesunder Menschen Antikörper entdeckt, welche die für Alzheimer typischen Ablagerungen - die Plaques - im Gehirn angreifen.                                                                          weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 12.6.07

 

 

 

 

17.6./Zitate:

‘Ein Clown wirkt wie Aspirin, nur doppelt so schnell.’   (Groucho Marx)

 

 

 

17.6./Religion:

Was heisst ‘Transhedonismus’? Zum SPIEGEL-Titel Atheismus

Unter der knalligen Überschrift zu entsprechender Fotomontage ‘Gott ist an allem schuld - Der Kreuzzug der neuen Atheisten’ berichtete die Pfingstausgabe des SPIEGEL am 26.5.07 über die aktuellen Versuche atheistischer Philosophen, Naturwissenschaftler und Publizisten, der religiösen Renaissance (nicht nur) in den westlichen Ländern Paroli zu bieten. Neu daran ist vor allem der militant-aggressive und tendenziell intolerante Ton der atheistischen Kritiker, die in der religiösen Tradition die Wurzel aller möglichen politischen, sozialen und geistigen Übel erblicken, wobei diese Bewegung   weiter

 

 

 

27.6./Anti-Aging:

An die Inspektion für den Körper denken

Anti-Aging: Professor Dr. Christoph Marcus Bamberger mit Tipps gegen Zipperlein im Alter

Alter ist relativ. Da finden 11-jährige Knirpse ihre Eltern schon ‘echt grufti!’ - obgleich sich ‘die Alten’ grade mal der Pubertät entsprungen fühlen. Tatsächlich mischen betagte Senioren heute vital und engagiert mit, wenn es um Konsum, Kultur und Politik geht. Fakt ist: Die Menschen werden immer älter. Da lohnt es sich, den Blick rechtzeitig auf den Herbst des Lebens zu richten. Professor Dr. med. Christoph Marcus Bamberger, Anti-Aging-Experte, wies am Donnerstag auf der FloraFarm in Bockhorn zahlreichen Zuhörern den Weg.                                            Artikel aus der Walsroder Zeitung vom 16.6.07 - Leider nicht mehr im Internet

 

 

 

 

7.7./Zitate:

‘Turne bis zur Urne.’

(Medizinprofessor Dietrich Grönemeyer, Bruder von Sänger Herbert, in einer kürzlichen Sendung des ZDF-nachtstudios zur gesundheitsfördernden Kraft der Bewegung.)

 

 

 

7.7./Alternsforschung:

Standort für neues Max-Planck-Institut zur Alternsforschung beschlossen

Das schon länger geplante Max-Planck-Institut für Alternsforschung kommt laut Presseberichten nach Köln. Dies gab der Senat der Forschungsgesellschaft am 27.6. bekannt. Das neue MPI wird sich ausschliesslich mit der biomedizinischen Grundlagenforschung zum Alterungsprozess beschäftigen und beispielsweise genetische Aspekte des Alterns oder die lebensverlängernden Mechanismen der Kalorienrestriktion genauer untersuchen. Drei international renommierte Professoren wurden zur Leitung des Instituts ernannt. Mit rund 100 Mitarbeitern in vier Abteilungen wird es die größte Forschungseinrichtung in Deutschland auf diesem Fachgebiet werden. Sein Bau wird ca. 6 Jahre dauern und 50 Millionen Euro kosten, für den Jahreshaushalt sind dagegen 15 Millionen Euro veranschlagt. Das Institut nimmt allerdings schon im Januar 2008 seinen Betrieb auf, da die Universität Köln übergangsweise Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Zwischen dem neuen Alternsforschungsinstitut und der Uni Köln soll es dementsprechend umfangreiche inhaltliche Kooperationen geben.

 

 

 

16.7./Zitate:              

‘Ich werde nicht älter, ich werde nur besser!’                    

(T-Shirt-Spruch von Mann in der Berliner U-Bahn)

 

 

 

3.8.07/In eigener Sache:

Sommerpause

FOREVER macht Sommerpause. Weiter geht’s ab Mitte August, u.a. mit Informationen zur Gründung des ‘Netzwerks Alternsforschung’, Berichten von der TransVision 2007, einem ZEIT-Schwerpunkt zum Thema Glücksforschung, einer interessanten Diskussion, inwieweit die Prognosen Ray Kurzweils zutreffen oder nicht, zwei Artikeln über geistige Fitness im Alter bzw. die aktuelle Entwicklung der Altenkaufkraft, einer Besprechung der zweiten DVD-Staffel von ‘Highlander’ u.ä. mehr.

 

 

 

3.9./Immortalismus:

Pop-Held Perry Rhodan                                                                                                                                                                Kosmos im Kopf

Perry Rhodan ist unsterblich: Seit 45 Jahren rettet der Astronaut das Universum und hilft wöchentlich über 100.000 Lesern, ihren Alltag Lichtjahre weit hinter sich zu lassen. Jetzt erscheint mit Nummer 2400 das Heft zum 45. Jubiläum der größten Science-Fiction-Serie der Welt.                                                                                                                                                              Autor: Jochen Schönmann ----- Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 5.8.07

 

 

 

 

3.9./Altersforschung:

Netzwerk Alternsforschung gegründet

Bereits am 19. Juli fand in der Alten Aula der Universität Heidelberg die Auftaktveranstaltung zum neugegründeten ‘Netzwerk AlternsForschung’ (NAR) statt, das verschiedene bereits länger bestehende Institutionen auf diesem Gebiet in der Region Heidelberg/Mannheim organisatorisch vereint. Das Netzwerk unter der Leitung von Prof. Konrad Beyreuther verfolgt einen grundlegend interdisziplinären Ansatz und versammelt dementsprechend sowohl biomedizinische als auch sozialgerontologische Wissenschaftler bwz. Einrichtungen. Neben dem Fritz Lipmann-Institut in Jena und dem gerade in der Entstehungsphase befindlichen Max-Planck-Institut in Köln ist es die größte deutsche Forschungseinrichtung auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Alternsforschung. Wissenschaft und Politik reagieren mit den jüngsten Neugründungen auf die sich abzeichnende demographische Entwicklung, wobei schon Frank Schirrmacher in seinem Riesenbestseller ‘Das Methusalem-Komplott’ aus dem Jahre 2004 eine solche Entwicklung der Forschungslandschaft prophezeit hatte, in seiner rhetorisch zugespitzten Weise: ‘Die (Baby-)Boomer werden die Gesellschaft zwingen, sich mit Gesundheitsfürsorge zu beschäftigen, und sie werden uns zwingen, uns mit Gerontologie zu beschäftigen, ob wir wollen oder nicht.’ (S. 72)

 

 

 

3.9./Politik:

Grüne profitieren vom demografischen Wandel

Bisher wählt die Mehrzahl der über 60-Jährigen die Union. Das wird sich in Zukunft ändern. Denn im Jahr 2040 sind 40 Prozent der Bevölkerung 60 Jahre und älter - und viele dann nicht mehr konservativ. Das sagen zumindest Altersforscher vorraus.                                                                  Autor: Margaret Heckel ----- Weiter zum Artikel auf WELT-Online innerhalb der Serie ‘Besser altern’

 

 

 

 

3.9./Demographie:

Deutsche werden immer älter

Nach der Pressemitteilung Nr. 236 vom 27.8.07 des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden nimmt die Lebenserwartung der Deutschen immer weiter zu. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern beträgt zur Zeit 79, die von Frauen sogar schon 85 Jahren. Dabei besteht weiterhin eine leichte Differenz zwischen Ost- und Westdeutschland, d.h. im Westen leben die Menschen immer noch im Schnitt knapp ein Jahr länger als im Osten. Auch für ältere Menschen steigt die Lebenserwartung an, denn 60-jährige Männer können nun statistisch mit weiteren 20,6 zusätzlichen Jahren rechnen, 60-jährige Frauen mit einem durchschnittlichen Plus von 24,5 Jahren: ‘Eine Veränderung der Sterblichkeitsverhältnisse in der Zukunft wird nicht berücksichtigt.’

Interessanterweise ist die Lebenserwartung der älteren Generation im Schnitt auch etwas höher als die von Neugeborenen. Der Berliner Tagesspiegel vom 28.8. schreibt dazu: ‘Die Neugeborenen haben viele Risiken noch vor sich. Autounfälle nach dem Führerscheinerwerb und andere tödliche Risiken sorgen für einen Knick in der Statistik. Die heute 60-jährigen haben die wesentlichen Lebensrisiken überstanden.’ Letzteres ist sicher etwas überspitzt formuliert, denn natürlich gehört auch und gerade die steigende Krankheitswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter zu den ‘wesentlichen’ Lebensrisiken. Trotzdem macht das Zitat noch einmal die alte Tatsache deutlich, daß der persönliche Lebensstil ganz wesentlich in die individuelle Lebenserwartung miteingeht, die dadurch massiv von der gesellschaftlich durchschnittlichen abweichen kann, nach unten wie nach oben! Statistische Kenngrössen sind nur wissenschaftlich und administrativ von Bedeutung, es sollte sich daher niemand von ihnen in falscher Sicherheit wiegen lassen und die obigen Zahlen gewissermassen als garantierte Lebenszeit missverstehen oder fixe natürliche Gesetzmässigkeiten, etwa genetische Programmierungen, dahinter vermuten. Es ist letztlich immer die komplexe Mischung aus genetischer Veranlagung, persönlicher Einstellung, aktiver Gesundheits- und Risikoprävention sowie weiteren individuellen wie kollektiven Lebensumständen, die darüber entscheidet, ob die eigene Lebenskurve eher früher oder später an ihr Ende kommt.

 

 

 

17.9./Zitate:

‘Zigarren, Rum und Sex nennen 100-jährige Kubaner als Geheimnis ihres hohen Alters.’          

(Aus der STERN-Serie ‘So liebt die Welt vom 2.8.07)

 

 

 

17.9./Immortalismus:

Die Dunkelseher

Ob Stefan George oder Oswald Spengler: Intellektuelle Untergangspropheten haben Konjunktur. Was macht sie so faszinierend?

Untergangspropheten und Geisterseher haben die Welt schon immer begleitet. Sie hören ein Pochen, und das Pochen wird lauter. Noch ist es nur Ahnung, aber bald schon Gegenwart: Das Schicksal naht.

Prophetische Gesänge schwellen auf und ab im Wechsel der Zeiten; in diesen Tagen schwellen sie wieder einmal an.                                                                                                                              Autor: Thomas Assheuer ----- Weiter zum Artikel auf ZEIT-Online vom 30.8.07

 

 

 

1.10./Alternsforschung:

                                                           Ending Aging                                                                                                         Buch von Aubrey de Grey erschienen

Anfang September erschien das lang angekündigte Buch des britischen Alternsforschers Aubrey de Grey (zusammen mit Co-Autor Michael Rae) zu den tieferen wissenschaftlichen Grundlagen des SENS-Projektes zur Überwindung des menschlichen Alterungsprozesses. Es trägt den Titel ‘Ending Aging’, Untertitel ‘The Rejuvenation Breakthroughs That Could Reverse Human Aging in Our Lifetime’, hat 400 Seiten und kostet 17,79 Dollar zuzüglich Versandkosten, da es vorläufig nur über die Seiten angloamerikanischer Buchversender zu beziehen ist. Ins Deutsche könnte man den Titel etwa mit ‘Das Altern beenden. Die Verjüngungsdurchbrüche, die das menschliche Altern noch zu unseren Lebzeiten aufheben könnten’ übersetzen.   weiter

 

 

 

2.10./Religion:

Das Gottesvirus

Religion ist eine Geisteskrankheit – behauptet der Biologe Richard Dawkins in seinem neuen Bestseller. Seine Mission besteht darin, den Menschen Gott auszutreiben.

Der Gott des Alten Testaments ist die unangenehmste Gestalt in der gesamten Literatur: Er ist eifersüchtig und auch noch stolz darauf; ein kleinlicher, ungerechter, nachtragender Überwachungsfanatiker; ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann.

Mit diesen versöhnlichen Worten beginnt Richard Dawkins das zweite Kapitel seines soeben auf Deutsch erschienenen Buchs „Der Gotteswahn“ (Ullstein, 576 Seiten, 22,90 Euro). Die Passage gehört zu den Lieblingsstellen des Autors. Oft fängt er seine Lesungen mit diesen Sätzen an, um (...)                                                                                                                                                          Autor: Bas Kast    Weiter zum Artikel im Tagesspiegel vom 18.9.07

Zur jüngsten Veröffentlichung des Dawkins-Buch erschien am 10.9. auch ein Interview mit dem Autor im SPIEGEL, das mittlerweile ins kostenpflichtige Online-Archiv gewandert ist und nun 50 Cent kostet. Ein Interview mit dem britischen Biologen findet sich auch im Rahmen der Titelgeschichte des STERN vom 27.9.07, die Autor, Buch und den Kreuzzug der neuen Atheisten in grellen Farben herausstellt. Ein sehr interessanter Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 23.9. macht dagegen u.a. anhand einer Umfrage unter 149 Evolutionsbiologen klar, daß der von Dawkins aufgemachte Streit zwischen  Religion und Evolutionstheorie nur von einer kleinen Minderheit von 10% der entsprechenden Experten als unvermeidbar angesehen wird. Für die überwiegende Mehrheit ist religiöser Glaube dagegen selbst Ausdruck der menschlichen Evolution und damit gewissermassen ein essentieller Teil der menschlichen Natur. Zwei weitere Besprechungen wurden schließlich noch in der FAZ vom 10.9. und der Süddeutschen Zeitung vom 11.9.07 abgedruckt, weitere dürften folgen.

 

 

 

2.10./Alternsforschung:

Titelgeschichte der Zeitschrift ‘natur+kosmos’/Oktober:

                                                   Das Ringen um die Jahre                                                                                                           Und wie alt wirst du?

Die Natur kalkuliert knallhart: Alt werden gehört nur dann zum Programm, wenn es die Evolution voranbringt.

Mein Großvater ist 95. Als er im Februar 1912 geboren wurde, hatte Deutschland einen Kaiser, Autos waren kurios, und die Zeitschrift kosmos berichtete über "Neue Tatsachen zum Geheimnis der Vererbung". Zu der Zeit war Madame Jeanne Calment schon nicht mehr jung, genauer gesagt bereits 37. Die Französin, die 1997 gestorben ist, lebte unglaubliche 122 Jahre, fünf Monate und 14 Tage. Länger als jeder andere Mensch vor ihr. Zumindest belegbar länger. Sie ist allerdings ein Jungspund im Vergleich zu (...)                                                                                 Autor: Peter Laufmann - Weiter zum Anfang der Oktober-Titelgeschichte

 

 

 

 

3.10./Zitate:

‘Bevor die Maus graue Haare bekommt, hat sie schon die Katze gefressen.’

(Aus der Oktober-Titelgeschichte von ‘natur+kosmos’, siehe oben. Dieses Zitat bringt in komprimierter Form verschiedenste Probleme der tierexperimentellen Alternsforschung indirekt zum Ausdruck, die auch Relevanz für die Einschätzung des Methusalemmauspreises haben. Labortiere leben in einer geschützten und privilegierten Umgebung, die nur sehr bedingt den Rückschluß auf das Leben in freier Wildbahn erlauben. Sie haben keine Fressfeinde, immer ausreichend Nahrung, werden medizinisch versorgt, sind gegen die Unbilden des Wetters geschützt u.ä. mehr. Die grandiosen Erwartungen, die sich bei technischen Immortalisten wie Aubrey de Grey an potententielle tierexperimentelle Erfolge richten, blenden dagegen die tatsächlichen Lebensbedingungen der Menschen aus, die ebenfalls ‘in freier Wildbahn’ gegen die verschiedensten Widrigkeiten des Lebens bestehen müssen. Die gebetsmühlenhaft wiederholte Behauptung, der ‘Krieg gegen das Altern’ würde losbrechen, falls durch kommende Erfolge von SENS ein paar Mäuse ein paar Jahre länger lebten, ist daher völlig spekulativ bis weltfremd und zeigt wenig Verständnis für die menschliche Psychologie.

Die Titelgeschichte von ‘natur+kosmos’ machte dabei nicht nur klar, daß selbst die kurzlebige Maus immer noch so lange lebt, daß sie für die Forschung relativ sperrig und unhandlich ist, weshalb andere Forschergruppen dann doch lieber mit kurzlebigeren Nicht-Säugetieren experimentieren bzw. sich umgekehrt gleich auf den Menschen konzentrieren. Sie stellte auch heraus, daß Zootiere wie z.B. Löwen beinahe doppelt so lange leben als in freier Natur. Der Einstieg in ‘escape velocity’ muß daher immer hier beginnen, bei der kontinuierlichen Verbesserung aller menschlichen Lebensumstände, während die notorisch-einseitige Fixierung auf die biomedizinische Alternsforschung - und das auch noch in ihrer Engführung auf tierexperimentelle Ergebnisse - niemals breitere Massen begeistern wird. Denn: bevor der Mensch graue Haare bekommt, haben ihm schon die menschlichen Raubtiere mindestens seinen Lebenswillen angeknabbert, während er umgekehrt heute schon sehr viel länger leben kann, wenn er nur die richtigen Lebensbedingungen und die richtige Lebenseinstellung besitzt. Letzteres wird auch das tollste Mittel gegen das Altern niemals ersetzen können.)

 

 

 

14.10./Medizin:

Warum wir bald alle hundert Jahre alt werden

Vor 160 Jahren gab es nur wenige Menschen, die 50 Jahre alt wurden. Heute spielen Neunzigjährige noch Fußball oder laufen Marathon. Falls es für uns ein Alterslimit gibt, scheinen wir es noch längst nicht erreicht zu haben. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut erforschen das Rätsel des Alterns.                                                                                                                                           Weiter zum Artikel auf WELT-Online vom 1.10.07

 

 

 

16.10./Alternsforschung:

Menschen werden 40 Jahre älter

250 Wissenschaftler, nicht nur aus Europa, diskutierten in Jena über das Alter.

Die Ursachen des menschlichen Altersprozesses sind unter Forschern weiter heftig umstritten. "Es gibt mehrere Theorien, die als Grund für das Altern in Frage kommen , sagte der Altersforscher Aria Baniahmad am Rande der Fachtagung Genetics of Aging in Jena.                                                   Weiter zum Artikel aus der Thüringer Allgemeinen vom 14.10.07

 

 

 

16.10./Medizin:

Der Kampf gegen das Altern im Kopf

Nicht alle Menschen altern gleich. Manche sind geistig beweglicher als andere, leben sogar mit Alzheimer-Hirnschäden ein normales Leben. Wissenschaftler suchen fieberhaft nach den Gründen für das Altern des Gehirns - denn die Zahl der Demenzerkrankungen steigt stetig.                                 Autor: Jens Lubbadeh ----- Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 16.10.07

 

 

 

10.11./Religion:

Grüne Gummibärchen

„Seele und Unsterblichkeit“: Edmund Runggaldier korrigiert in seiner öffentlichen Antrittsvorlesung, an der in Berlin neu eingerichteten Guardini-Professur der Humboldt-Universität, vertraute Jenseitsvorstellungen.

Heimlich, könnte man sagen, sind wir alle naive Katholiken geblieben. Wer ein Bewusstsein von sich selbst als Person hat, hat automatisch eine Vorstellung von dem, was Seele bedeutet. Wer sich eine Vorstellung von der Seele macht, denkt im selben Moment ihr Verhältnis zum Körper mit. Und wer dabei, auch wider besseres Wissen, nicht die Seele als die Hauptsache betrachtet, verstößt gegen die eigene Intuition. Kurz: Im Alltag sind wir seit gut 2000 Jahren bei einem platonischen Idealismus hängen geblieben und nicht einmal zum differenzierteren, aristotelisch fundierten Dualismus von Thomas von Aquin vorgedrungen.

Schlimmer noch: Wie bei dem meisten, das die christliche Religion verhandelt, lässt sich auch die Unsterblichkeit nicht einfach aus unserer Vorstellungswelt tilgen, selbst wenn man (...)                                                                   Autor: Gregor Dotzauer ----- Weiter zum Artikel im Tagesspiegel vom 7.11.07

 

 

 

10.11./Zitate:

Optimisten leben leichter. Pessimisten leben länger.’                                                                

(Aus einem aktuellen Leserkommentar auf ZEIT-Online. Pointierter Satz, der sich sicher noch lang und breit kommentieren liesse. Natürlich leben vorsichtige Pessimisten länger als tollkühne Optimisten, aber das hat auch seine Grenzen. Zum einen darf nie die Freude am Leben verlorengehen, weshalb eine positive Lebensgrundstimmung untrennbar zur Orientierung an Langlebigkeit hinzugehört, zum anderen erhöht ein zugespitzter Lebenspessimismus das generelle Krankheits- und damit auch das Sterblichkeitrisiko. Als generalisierte Grundhaltung wären beide Einstellungen einseitig fixierend und dem Auf und Ab des Lebens unangemessen, wie beide Einstellungen in sich auch den Keim des Gegenteils enthalten, siehe z.B. den Eintrag im Glossar zum Stichwort ‘Ankündigungsoptimismus’ . Die REALISTISCHE Einschätzung technisch-praktischer Möglichkeiten darf nie von solchen emotionalen Grundfärbungen des Erlebens dominiert werden, die letztlich mehr die Prägungen der individuellen Sozialisation widerspiegeln und damit unter dem Generalverdacht der Projektion stehen - in dem Maße, wie keine systematische Abwägung rationaler Argumente vorliegt, die immer auch eine Tendenz zur Selbstkritik beinhalten muß...)

 

 

 

12.11./Psychologie:

Todesangst als Wahlkampfhilfe

Psychologen wagen sich an die großen Fragen von Leben und Tod. Experimente zeigen: Wer an das eigene Ende erinnert wird, entwickelt unbewusst Strategien gegen die Furcht vor dem Sterben. Die Einflüsse sind so stark, dass sie sogar den Kunstgeschmack beeinflussen - und das Wahlverhalten.                                                                                                                                                 Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 11.11.07 bzw. aus ‘Gehirn&Geist’11/07

 

 

 

23.11./Medizin:

Die Zellen, aus denen die Träume sind

Erst maßgeschneiderte embryonale Stammzellen beim Affen, nun umprogrammierte Hautzellen beim Menschen - kurz hintereinander gelangen Wissenschaftlern wichtige Durchbrüche. In die Stammzellforschung setzen die Mediziner all ihre Hoffnungen und Erwartungen - zu Recht?                                                Autor: Jens Lubbadeh ----- Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 22.11.07

 

 

 

23.11./Politik:

"Die Deutschen müssten bis 77 arbeiten"

Rente mit 67 - wer bietet mehr? Unter Politikern und Wirtschaftsforschern ist eine neue Debatte über die Anhebung des Pensionsalters ausgebrochen. Ein Promi-Ökonom bringt die Rente mit 70 ins Gespräch - ein anderer nennt sogar eine noch höhere Zahl.                                                                       Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 22.11.07

 

 

 

23.11./Alternsforschung:

Stammstellenschwund im Alter

Ein alternder Körper büßt zunehmend die Fähigkeit zur Selbsterneuerung ein - mit der Folge, daß Gewebe und Organe funktionsunfähig werden. ‘Stammzellenersatztherapie’ heißt deshalb die Hoffnung der Medizin, die manch einer sogar als ‘Tor zur Unsterblichkeit’ bezeichnet.                                                                                                                                                                    Weiter zum Artikel im Dezember-Heft von ‘Spektrum der Wissenschaft’

 

 

 

29.11./Religion:

Strichfigur im Schattenreich

Die Symbolik ist eindeutig: Die Ausstellung wird unter anderem von der Bestattungsfirma Grieneisen gesponsort, die schwarz-rot gekleideten Referenten netzen bei der Eröffnung die Kehlen mit Mineralwasser der Marke Höllensprudel. "Zur Hölle! Eine Reise in die antike Unterwelt", heißt die Schau, die jetzt im Berliner Pergamonmuseum zu sehen ist.

"Bestattung und Gräber sind ein ur-archäologisches Thema", erkärt Stefan Altekamp vom Winckelmann-Institut für klassische Archäologie an der Berliner Humboldt-Universität. Dieses ist, in Zusammenarbeit mit der Antikensammlung, Urheber der Ausstellung. Doch mit der antiken Todesvorstellung habe sich bisher niemand eingehender befasst. Anhand von 40, teilweise eigens restaurierten, Exponaten verfolgt die Ausstellung den Weg der Toten in den Hades, ihr Dasein dort und den Kontakt zu den Lebenden.                                                                              Autor: Cornelia Kästner ----- Weiter zum Artikel in der Märkischen Allgemeinen vom 24.11.07

 

 

 

29.11./Philosophie:

Elf Thesen zu Habermas

Die Weltreligionen sind mächtig genug. Deshalb ist es ein Fehler, wenn Philosophen sie als Sinn-Ressource der Demokratie feiern.                                            Autor: Paolo Flores d’Arcais ----- Weiter zum Artikel in der ZEIT vom 22.11.07

 

 

 

29.11./Alternsforschung:

Können wir ewig leben?

Der Traum ist uralt: Bereits Gilgamesch wollte den Tod überwinden und bis in die frühe Neuzeit dauerte die Suche nach dem Jungbrunnen. Kann die Unsterblichkeit Realität werden?                                                                                                                                                              Autor: MarkusC.Schulte v. Drach --- Weiter zum Artikel in d. Süddeutschen Zeitung v. 26.11.07

 

 

 

Achtung!                                                                                                 Chat mit Professor Olshansky   Altersforscher der                    Universität Chicago  Autor des Buches ‘Ewig jung?’                 3. Dezember 2007, Montagmorgen, 1 Uhr 30, MEZ                      Chat-Protokoll im Forum des Immortality Instituts!

 

 

 

04.12./Alternsforschung:

Gen-Abschaltung macht Mäuse faltenfrei

Menschen träumen von ewig glatter und geschmeidiger Haut - manche Mäuse haben sie schon jetzt. Forscher haben einige Nager genetisch so manipuliert, dass selbst betagte Exemplare schon nach zwei Wochen wieder straff und faltenfrei wie Jungtiere waren.                                                       Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 30.11.07

 

 

 

10.12./Zitate:

’Wie würden Sie das Verhältnis von Männlichkeit und Gewalt beschreiben?

Gewalt einzusetzen, ist bis heute eine Möglichkeit, die vor allem Jungen vorbehalten ist. Das heißt nicht, dass alle Jungen Gewalt anwenden. Überhaupt nicht. Trotzdem ist es für Jungen legitimer als Täter in Gewalthandlungen verstrickt zu sein als für Mädchen. Jungen sind auch viel häufiger Opfer von Gewalttaten als Mädchen. Die Erfahrung von Gewalt ist bis heute ein relativ normaler Bestandteil einer Jungensozialisation. Sie gehört einfach dazu.’

(Aus einem taz-Interview mit einem Psychologem zum Beinahe-Amoklauf an einer Schule in Köln, das pointiert die geschlechtsspezifischen Wurzeln von Gewalt zum Ausdruck bringt. Körperliche Unsterblichkeit liegt in gewisser Weise quer zu traditionellem männlichen Rollenverhalten; dem sollte mann sich bewußt sein.)

 

 

 

11.12./Anti-Aging:

Fit ist wichtiger als fett

Bewegung verlängert das Leben - und zwar auch das fettleibiger Menschen, zeigt eine aktuelle Studie. Warum sanfter Sport Dünne wie Dicke verjüngt, beschreibt Jörg Blech in seinem neuen Buch: Es ist das beste Mittel, um Stress abzubauen.                                                                                           Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 10.12.07

Ein ganz ähnlicher Artikel von Jörg Blech selbst, ebenfalls auf SPIEGEL-Online, vom 3.12.: Glücklicher Geist in bewegtem Körper

 

 

 

11.12./Transhumanismus:

Nano-Bio-Info-Cogno: Wenn Wissenschaftsdisziplinen verschmelzen

In den modernen Naturwissenschaften verschwimmen die traditionellen Grenzen zwischen den einzelnen Disziplinen immer mehr, eine "echte" Interdisziplinarität führt dazu, dass mehrere Wissensgebiete miteinander verschmelzen. Vor allem im Grenzbereich zwischen den Nano-, Bio- und Informationstechnologien sowie den Kognitionswissenschaften tut sich einiges.   Weiter zu einer Pressemitteilung des Informationsdienstes Wissenschaft vom 6.12.07

 

 

 

11.12./Psychologie:

Trauer kann tödlich sein

Manche Menschen sterben buchstäblich an gebrochenem Herzen. Eine neue Studie zeigt, dass Personen, die eine geliebte Person verloren haben, mit einem erhöhten Risiko leben, selbst kurze Zeit später zu sterben.                                                                                                                                             Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 7.12.07

 

 

 

14.12./Psychologie:

Leben Optimisten länger?

Angeblich ist eine positive Einstellung gesund und steigert die Lebenserwartung. Ist da wirklich was dran? Autor: MarkusC.Schulte v. Drach --- Weiter zum Artikel in d. Süddeutschen Zeitung v. 10.12.07

 

 

 

16.12./Zitate:  

‘Niemand stirbt vor Freude!’                                                          

(Aus dem anrührenden und traurig-melancholischen ZDF-Fernsehkrimi ‘Kommissarin Lucas: Das Totenschiff’ vom 24.11.07 über Altenschicksale, Pflege-Elend und einen zugespitzten Fall von Sterbehilfe: ‘Aber passen Sie auf Ihr Herz auf!’)

 

 

 

18.12./Immortalismus:

"Ich fühle mich wie 100"

Er ist der älteste aktive Schauspieler der Welt, aber ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Am Mittwoch feiert Johannes "Jopie" Heesters mit einer großen Party seinen 104. Geburtstag.                                            Weiter zum Artikel auf STERN-Online schon vom 5.12.07

 

 

 

18.12./Medizin:?????????

Vorsicht Überdosis

Alte Menschen schlucken am meisten Medizin und leiden am häufigsten unter Nebenwirkungen. Manchmal ist es gesünder, eine Tablette wegzulassen.  Autor: Martin Lindner ----- Weiter zum Artikel auf ZEIT-Online vom 13.12.07

 

 

 

18.12./Politik:

Zelle um Zelle

Angela Merkel unterstützt die Stammzellforschung. Doch noch steht die Mehrheit in der Union nicht.                       Autor: Matthias Geis ----- Weiter zum Artikel auf ZEIT-Online vom 13.12.07

 

 

 

21.12./Immortalismus:

Tod eines Schürzenjägers

Der Schlüssel für ein langes Leben ist es, niemals zu heiraten, glaubte Grigori Nestor. Also mied der Ukrainer das Familienleben. Er wurde 116 Jahre alt - und gilt inoffiziell als ältester Mensch der Welt.               Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 16.12.07

 

 

 

21.12./Religion:

Gott bewegt die Deutschen

Eine umfassende Studie zur Religiosität widerlegt zahlreiche Klischees. Glauben hat in Deutschland eine große Bedeutung: In Ost und West, bei Jung und Alt. Die Forscher stießen aber auch auf interessante Unterschiede.                                                                                                               Autor: Miriam Hollstein ----- Weiter zum Artikel auf WELT-Online vom 16.12.07

 

 

 

21.12./Alternsforschung:

Der Jahrhundertmensch

10.000 über Hundertjährige gibt es in Deutschland, vor 30 Jahren waren es rund 300. Lina Haag und Hanna Merke gehören zu den Pionieren einer Zukunft, in der immer mehr Menschen ein Drittel ihres Lebens als Senioren verbringen - lohnt sich das?                                                       Autor: Barbara Hardinghaus ----- Weiter zum Artikel auf SPIEGEL-Online vom 17.12.07

Sehr empfehlenswert auch die verschiedenen Artikel der Titelgeschichte des FOCUS Nr. 51 über die aktuellen Wandlungen und Perspektiven des Altenbildes ‘Was heißt hier alt?’, ebenfalls vom 17.12.07. Die Texte sind allerdings nur kostenpflichtig im Internet abrufbar, dafür kann man ein kurzes Video abspielen, das über die Inhalte des Titelthemas informiert. In der rechten Spalte den Link ‘weitere Videos’ anklicken und die entsprechende Ausgabe auswählen.

 

 

 

24.12./Psychologie:

Die Medizin des Glaubens

Die Kraft der Vorstellung kann Schmerzen lindern und Krankheiten kurieren. Auch die Religion kann zum Placebo werden. Die Wissenschaft erklärt, warum Jesus der perfekte Heiler war.          Autor: Ulrich Schnabel ----- Weiter zum Artikel auf ZEIT-Online vom 19.12.07

 

 

 

24.12./Philosophie:

Zeit ist nur eine Illusion

Unser Universum ist außerordentlich speziell und – gemessen an den möglichen Verteilungen seiner Materie und Energie – extrem unwahrscheinlich.                        

Autor: Rüdiger Vaas ----- Weiter zur Titelgeschichte der Januarausgabe 2008 der Bild der Wissenschaft via FOCUS-Online

 

 

 

31.12.07/Zitat des Jahres:

180 Jahre als neue Altershöchstgrenze?

Das Zitat des Jahres 2007 stammt von SPIEGEL-Autorin Barbara Hardinghaus aus ihrem Artikel ‘Der Jahrhundertmensch’ vom 17. Dezember, der anhand der beeindruckenden Lebensschicksale zweier hundertjähriger Frauen vor allem die individuelle Plastizität des Alterungsprozesses sehr gut herausarbeitet:

‘Wie alt Menschen werden können, darüber streiten die Forscher sich, die einen sagen, bei 130 sei Schluss, die anderen, erst bei 180 Jahren.’ (Nr. 51, 2007, S.84)

Eine solche Zahlenangabe ist überaus erstaunlich, insbesondere da sie sich im führenden Nachrichtenmagazin der Republik findet und da sie ohne spekulative Hinweise auf kommende medizinische Durchbrüche o.ä. auskommt. Und doch liegt sie in der Logik des Kerngedankens der Plastizitität und Variabilität des Alterns, der konservativ fixierte Altersgrenzen, die normalerweise, je nach Akzentuierung, mit 120 bis 130 Jahren angegeben wurden, nicht mehr zulässt. Zu oft haben Medizin und Alternsforschung in der Vergangenheit bei der Propagierung von vermeintlich natürlichen Höchstgrenzen schon danebengelegen und zu drastisch ist der Anstieg der Zahl der Hundertjährigen, der sich - wie im Artikel näher ausgeführt - in nur wenigen Jahrzehnten glatt verdreißigfacht hat!

Eine solch extreme Zunahme innerhalb nur einer Generation beweist nachdrücklich, daß es keine biologischen, z.B. genetischen, Grenzen für ein allgemeines Höchstalter unter hundert Jahren geben kann. Gleichzeitig wird der immense Spielraum unterstrichen, der in Lebensstil- und Umweltfaktoren liegt, mithin Bedingungen, die durch die eigene Einstellung und durch eigenes Verhalten aktiv beeinflusst werden können. Nimmt man dann noch dazu, unter welch miserablen Lebensbedingungen die heutigen Hundertjährigen den größten Teil ihres Lebens verbracht haben, daß sie zweitens in aller Regel kaum irgendeine Form von systematischem ‘Anti-Aging’ praktiziert haben dürften und daß drittens die wissenschaftliche Alternsforschung zu all den heutigen Altersrekorden noch gar keine substantiellen bzw. praktisch relevanten Beiträge geleistet hat, dann werden einem die wahren Langlebigkeitschancen erst wirklich bewußt!

 

 

 

          

 

 

KURZ NOTIERT:

2.6.07/Religion: Das Juni-Heft von ‘Spektrum der Wissenschaft’ bringt u.a. eine Besprechung des schon 2006 erschienenen Buches von Anti-Aging-Professor Dr. Christoph M. Bamberger der Uni-Klinik Hamburg ‘Besser leben, länger leben. 10 gesunde Jahre mehr sind machbar - das individuelle Präventionsprogramm’, wobei Titel und Untertitel schon die inhaltliche Richtung des ganzen vorgeben. Die Rezensentin ist etwas zwiegespalten, da sie dem umfassenden Werk zwar einerseits sachliche Substanz zubilligt, die nur nicht in allem neu oder unumstritten sei, etwa in der Frage der Hormonersatztherapie. Andererseits vermisst sie Humor und Leichtigkeit und stellt daher gegen Ende zumindest den psychologischen Wert der Lektüre grundlegend in Frage.  -----   2.6./Immortalismus: Wer sich für die Legenden um den heiligen Gral, einem klassischen Unsterblichkeitssymbol, näher interessiert, dem sei  die Titelgeschichte des Juni-Heftes des populärwissenschaftlichen Magazins ‘PM’ empfohlen. Dort geht es um die Sagen zu König Artus und seinen Rittern der Tafelrunde, wobei das Gralsmotiv bekanntlich ein wesentliches wenngleich nicht das einzige Element dieser Sagenwelt darstellt. (Zum heiligen Gral, siehe auch den entsprechenden Eintrag im Glossar). -----   2.6./Anti-Aging: In der Rubrik ‘Was macht eigentlich...?’ des Magazins STERN vom 31.5.07 erschien ein kurzes Interview mit Laufguru und Anti-Aging-Papst Ulrich Strunz (‘Forever Young’) zu dessen aktuellem Befinden nach seinem schweren Sturz bei einem Fahrradunfall vor 18 Monaten. Teils hadert er darin mit seinem Schicksal auf Grund schwerwiegender Behandlungsfehler mit etwaig bleibenden gesundheitlichen Folgen, teils blickt er mit gewohntem Optimismus in die Zukunft und deutet grundlegende seelische Veränderungen durch das einschneidende Ereignis an. (‘Jetzt hat Uli Strunz die Liebe entdeckt’.)   -----   2.6./Immortalismus: Im Juni-Heft des populären Psychologiemagazins ‘Emotion’ steht ein Interview mit Deepak Chopra (60), einem der erfolgreichsten Bestsellerautoren in den USA im Bereich Lebenshilfe, positives Denken und alternative Heilmethoden, zur Frage der richtigen Lebenseinstellung für ein glückliches und erfülltes Leben. Der ursprünglich aus Indien stammende einstige Arzt des TM-Gurus Maharishi baut vor allem auf dem Gedankengut des Ayurveda auf, wobei er in seinem Buch ‘Die Körperzeit’ von 1994 traditionelles und modernes Gedankengut auch für ein Konzept körperlicher Langlebigkeit und physischer Unsterblichkeit verbindet. (Siehe ebenfalls sein Buch ‘Der Jugendfaktor - Das 10-Stufen-Programm gegen das Altern’, zusammen mit David Simon, 2004.)  -----   8.6./Anti-Aging: Im Artikel der Financial Times Deutschland vom 31.5. ‘Das Geschäft mit der ewigen Jugend’ werden die Marktchancen von Anti-Aging-Produkten und -Dienstleistungen einer genaueren Prüfung unterzogen. Tenor: Im Unterschied zum US-Markt seien die ökonomischen Wachstumschancen noch begrenzt, da hierzulande ‘Anti-Aging’ einen unseriösen Ruf besitze. Um dies mittelfristig zu ändern, bräuchte es qualifiziertere Ausbildungen und eine stärkere Hervorhebung des Präventionsgedankens, wobei auch kritische Expertenmeinungen zitiert werden, die generell vor überzogenen medizinischen Erwartungen warnen.  -----   8.6./Immortalismus: Autor Wladimir Kaminer erinnert sich in einer kürzlichen Glosse auf den Online-Seiten des Magazins ‘Cicero’ an seinen wissenschaftsgläubigen Onkel, der seinen Neffen nach der Lektüre japanischer Wissenschaftszeitschriften um die kommende Unsterblichkeit beneidete: ‘Nun sind seitdem bereits mehr als dreißig Jahre vergangen, mich beschleicht ein mulmiges Gefühl bei der Sache. Noch immer sterben Menschen an Krebs, viele laufen ohne Zähne herum, alles fällt allen raus. Und was machen die Japaner? Sushi!’  -----   8.6./Anti-Aging: Das Juni-Heft der Zeitschrift ‘Test’ der Stiftung Warentest bringt einen ausührlichen Testbericht von 13 aktuellen Laufschuhmodellen für Herren, von denen 8 mit ‘gut’ und 5 mit ‘befriedigend’ bewertet wurden. Wer schon immer einen Anlass und Einstieg zu einer der weit verbreitetsten Fitness-, Präventions- und Anti-Aging-Empfehlungen suchte - dem regelmäßigen Jogging - dem bietet sich hiermit vielleicht eine gute Gelegenheit. (Siehe auch die entsprechende Titelgeschichte des STERN vom 3. Mai oder den Testbericht aus dem letzten Oktoberheft zum Thema Fitnesstudios.)  -----   8.6./Anti-Aging: Gesundheitliche Vorbeugemaßnahmen mit langfristiger Anti-Aging-Wirkung umfassen ein ganzes Spektrum sich wechselseitig ergänzender Bereiche, die alle ihre je eigenen Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Gesetzmäßigkeiten aufweisen, so z.B. die körperliche Bewegung, die Ernährung, Atmung, Sexualität oder die Qualität sozialer Beziehungen. Einer dieser Bereiche, der eher weniger Aufmerksamkeit auf sich zieht aber wohl eine sehr weitreichende und teils subtile Bedeutung entfaltet, ist der Schlaf. Die aktuelle Titelgeschichte von Heft 6/2007 der Zeitschrift ‘Gehirn und Geist’ widmet sich ausführlich diesem Phänomen und gibt u.a. einige praktische Tips zur Verbesserung der Schlafqualität. (Siehe dazu auch einen kürzeren und weniger ins wissenschaftliche Detail gehenden Artikel schon im Januar-Heft der Zeitschrift ‘Emotion’.)  -----   11.6./Demographie: Der in FOREVER schon häufiger zitierte Direktor des Max-Planck-Instituts für Demographische Forschung in Rostock, Prof. James Vaupel, hat laut einer institutseigenen Pressemitteilung auch auf dem G 8-Gipfel gesprochen, der letzte Woche in Heiligendamm die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich zog. In seinem Vortrag - allerdings nur vor den Ehepartnern der versammelten Staatsoberhäuptern - stellte er die globale demographische Entwicklung hinsichtlich der immer weiteren Zunahme der durchschnittlichen Lebenserwartung dar und forderte eine größere finanzielle Unterstützung der Alternsforschung.  -----   11.6./Alternsforschung: Alternsforscher Dr. Leonid Gavrilov von der Universität Chicago postete jüngst in seinem Blog eine Liste von 21 US-Neuerscheinungen nur aus dem Monat Mai rund um die Themen Altern, Altersforschung, Anti-Aging-Medizin, Langlebigkeit u.ä., für Juni eine zweite Liste mit sage und schreibe 26 Büchern. Auch wenn es sich zum größeren Teil nur um populäre Sachbücher oder wissenschaftliche Spezialgebiete handelt, stellt sich doch die Frage, wer das alles lesen oder gar systematisch bearbeiten soll, insbesondere, falls der Buchmarkt jeden Monat auf’s neue eine ähnliche Flut von Titeln ausspuckt!?? In einem ähnlich gelagerten Blogeintrag von letzter Woche wurde übrigens die Veröffentlichung von Aubrey de Greys großem Buch zum SENS-Projekt angekündigt, das Anfang September unter der ambitionierten Überschrift ‘Ending Aging: The Rejuvenation Biotechnologies That Could Reverse Human Aging in Our Lifetime’ erscheinen soll.  -----   11.6./Medizin: Auf großes Medienecho stieß in der vergangenen Woche die jüngste Verkündigung eines eventuellen Durchbruchs in der Stammzellenforschung. Danach scheint nun die direkte Umprogrammierung von Hautzellen zu embryonalen Stammzellen gelungen, so daß die bisherige verbrauchende Embryonenforschung überflüssig würde, was ethische Konflikte ähnlich wie bei der Verwendung von adulten Stammzellen entschärfen könnte. Allerdings ist noch völlig unklar, ob und wann die neuen Ergebnisse eventuell auf den Menschen übertragbar wären.   -----  7.7./Immortalismus: Auch Hollywood-Schauspieler Morgan Freeman möchte am liebsten unsterblich werden, wie er zu seinem kürzlichen 70. Geburtstag bekannte: ‘Mal angenommen, die Wissenschaftler erfinden endlich mal eine Pille, die Unsterblichkeit verleiht. Die würde ich ohne zu zögern schlucken und dann in alle Ewigkeit Filme drehen. Was könnte es schöneres geben?’  -----  7.7./Medizin: Jeder kennt den Zusammenhang von intensiven Gerüchen mit den Vorgängen des Gedächtnisses und der Erinnerung. Ergebnisse einer Langzeitstudie konnten nun laut einer Meldung auf SPIEGEL-Online vom 3.7. zeigen, daß ein nachlassender Geruchssinn ein frühes Warnsignal für die Alzheimer-Erkrankung aber auch für andere neurologische Leiden darstellen kann. Eine tiefere medizinische Erklärung für diese Korrelation steht zwar noch aus, hat aber ganz allgemein wahrscheinlich damit zu, dass die von der Krankheit betroffenen Regionen des Hirnstamms sowohl Emotionen als auch Gedächtnisinhalte verwalten.   ----- 7.7./Immortalismus: Sebastian Sethe alias Caliban, einer der Moderatoren des deutschsprachigen Regionalbereichs des Immortality-Instituts (ImmInst), hält am 13. bzw. 14.7. einen Vortrag zum Thema Lebensverlängerung an den Kammerspielen in München, im Rahmen einer ‘Brandherde’ genannten Veranstaltung. Der genaue Termin steht noch nicht fest, wird aber eventuell in einem entsprechenden Diskussionsstrang auf ImmInst noch rechtzeitig bekanntgegeben. Eintritt 9 Euro, ermäßigt 5.   -----   3.9./Transhumanismus: Vom 23. bis 26. Juli fand in Chicago die TransVision 2007 statt, der Weltkongress der Transhumanisten, u.a. mit Stargast William Shatner alias Captain Kirk. Näheres zum Programm und weiteren Sprechern wie z.B. Aubrey de Grey und Ray Kurzweil, siehe die Kongresshomepage. Eine eher wohlwollende Übersicht zur ganzen Veranstaltung wurde am am 27.7. im Reason-Magazin veröffentlicht, eine kritische Auseinandersetzung unter der Überschrift ‘The Trouble with Transhumanists’ stand dagegen am 31.7. auf einem lokalen Nachrichtenportal.   -----   3.9./Immortalismus: Ende Juli startete im Forum des Immortality Instituts eine interessante Diskussion zur Frage, inwiefern die Zukunftsprognosen Ray Kurzweils bislang zutreffen oder nicht und was vor allem von seinen Aussagen über die zeitliche Dynamik zukünftiger Entwicklungen zu halten sei. Die Antworten fielen gemischt aus, wobei wieder einmal deutlich wurde, daß Vorhersagen über rein technologische Innovationen ohne die Berücksichtigung sozialer, psychologischer oder auch politisch-ökonomischer Faktoren ziemlich bedeutungslos bleiben müssen, da sich hier beschleunigende oder auch beharrende Momente entfalten. Irrt sich der knapp 60-jährige aber nur um zehn bis zwanzig Jahren in seinen Prophezeiungen z.B. zu kommenden Langlebigkeitstechnologien, hat das für ihn - wie für Abermillionen anderer Menschen auch - entscheidende existentielle Konsequenzen.  -----   2.10./Alternsforschung: Am 16.9. erschien anlässlich der SENS 3-Konferenz im britischen ‘Observer’ ein ausführlicher Artikel über den britischen Alternsforscher Aubrey de Grey und seine Vorstellungen zur Überwindung des menschlichen Alterungsprozesses. Der Text geht allerdings nicht weiter auf die Inhalte der Konferenz ein sondern beschreibt vor allem theoretische wie biographische Hintergründe von de Grey und läßt auch Kritiker zu Wort kommen, so z.B. Prof. Tom Kirkwood von der Universität Newcastle, den Begründer der disposable soma-Theorie (siehe Glossar) und einer der renommiertesten Vertreter der Biogerontologie.   -----   2.10./Alternsforschung: Vom 6. bis zum 10.9. fand in Cambridge die 3. Konferenz zu Aubrey de Greys SENS-Projekt statt, dem wohl ambitioniertesten wenngleich umstrittenen Projekt innerhalb der biomedizinischen Alternsforschung. Im Laufe der letzten beiden Wochen sind zahlreiche Konferenzvorträge für die Übertragung im Netz aufbereitet worden und können nun als Videostream heruntergeladen werden, siehe die entsprechende Unterseite auf der SENS-Homepage.  -----   2.10./Immortalismus: SPIEGEL-Online-Redakteur Daniel Haas veröffentlichte am 20.9. eine amüsante Glosse zum Vorschlag der Fürther Landrätin der CSU Gabriele Pauli, Ehen künftig auf sieben Jahre zu begrenzen, in dem er ihre Idee einfach auf alle möglichen anderen Lebensbereiche ausweitete. Die implizierte Verflüssigung von Identitätskonzepten, Alltagsgewohnheiten und starren Beziehungsmustern liest sich dabei gerade in immortalistischer Perspektive mit tieferem Gewinn, kein Wunder allerdings, daß die CSU-Politikerin bei christlich-konservativen Hardlinern auf Granit stößt, die schließlich erst im körperlichen Tode von der Last ihrer ein-eindeutigen Ich-Identitäten erlöst werden wollen.   -----   2.10./Medizin: Bei vielen neuen Studien versteht man die mediale Aufregung über die jeweiligen Ergebnisse nicht wirklich, so z.B. bei der jüngsten Veröffentlichung darüber, daß verschmutzte Luft die Herzinfarktrate erhöht und damit die Lebenserwartung senkt. Der statistische Effekt durch die schottischen Rauchverbote mag überraschend deutlich sein wie die signifikante Wirkung kleinster Rauchmengen interessant, aber sowohl Alltagserfahrung wie große epidemiologische Studien seit den 60ern lassen wenig anderes erwarten. Problematisch ist allerdings die notorisch unterstellte Monokausalität des je untersuchten Zusammenhangs und der damit einhergehende individualpsychologische Determinismus, woraus sich wiederum simplifizierende Präventionspädagogiken und politisch naive Gesundheitskampagnen ableiten, so als ob JEDER Raucher automatisch(!) Krebs oder einen Herzinfarkt bekäme und es in Wirklichkeit nicht viele andere sowohl be- wie entlastende(!) Faktoren gäbe, die über die Manifestation von Krankheit im Einzelfall entscheiden! Die Ausblendung des Einzelfalls zu Gunsten abstrakter statischer Zusammenhänge, die auch viele Debatten im Kontext von Langlebigkeit und Alternsforschung beherrscht, ist aber in Wirklichkeit blossen politisch-administrativen und vor allem ökonomischen Zwängen geschuldet - körperliche Unsterblichkeit setzt dagegen immer am Individuum an und darf nicht auf solche groben analytischen Raster verkürzt werden.   -----   2.10./Alternforschung: Dr. Leonid Gavrilov, Alternsforscher der Universität Chicago, wies kürzlich in seinem Blog auf ein neues Buch hin, das auf Grund der Vielzahl seiner Quellen als eine Art enzyklopädische Übersicht über den Stand der biomedizinischen Alternsforschung angesehen werden kann. Es trägt den Titel ‘The Biology of Human Aging’ (Autor: Caleb Finch) und hat insgesamt über 3000 wissenschaftliche Veröffentlichungen verarbeitet, wobei Gavrilov mit einigen überzeugenden Beispielen belegt, daß dieses Werk tatsächlich mehr als blossen bibliographischen Wert zu besitzen scheint.

 

 

 

            

              

 

 

 

 

Termine:

Wichtige oder interessante Termine sowie vor allem ein paar Hinweise auf ausgewählte TV-Sendungen, aktuelle Kinofilme oder neuere DVD-Veröffentlichungen mit thematischem Bezug zu den Inhalten des Magazins finden sich wie immer auf der Terminseite:                                                                                                                                                                                                                                                                                                              Zur Terminseite                                                        

 

 

 

News-Folge 28/März - Mai 2007

Aus dem Inhalt:

Zunahme von Alzheimer als Definitionsproblem - SPIEGEL-Interview mit zwei Alternsforschern - BILD: ‘Wir werden alle (bald) 100 Jahre alt!’ - Radiosendung über Rudolf Bahro - Jungbrunnen-Mechanismus im Fadenwurm entdeckt - RAF-Terror als Selbstmordtendenz - ‘Bild der Wissenschaft’ über Religion - ‘The Scientist’: Das Unsterblichkeitsdesign des Menschen - ImmInst-Portrait auf Times-Online - The New Yorker: ‘The Way We Age Now’ - Videostream von Aubrey de Grey in Edmonton - Heesters Lebenselexier - Anti-Aging-Crèmes im Test...

Zur News-Folge 28

 

 

 

 

Weitere Texte, Essays, Buchbesprechungen etc. und ältere News-Folgen finden sich wie immer im Archiv, in dem auch die News-Schlagzeilen (ab News-Folge 9) als erster Einstieg in ein echtes News-Archiv aufgelistet werden. Erläuterungen zu wichtigen und regelmäßig wiederkehrenden Begriffen kann man dagegen im Glossar anklicken. Teilweise sind dort auch schon im Sinne einer Registerfunktion inhaltliche Verweise auf frühere News-Folgen verlinkt. Interne Links auf ältere News-Inhalte führen bis News 26 nur zum Anfang des jeweiligen Unterabschnitts der News-Folge und noch nicht exakt zur genauen Position des spezifischen Beitrags. Bei allen im übrigen erwähnten und kommentierten externen Zeitungs- oder Zeitschriftenartikeln wurde ebenfalls ein Link ergänzt, sofern die jeweiligen Texte im Internet zur Verfügung stehen. Der in allen anderen Fällen in früheren News-Folgen hinzugefügte Hinweis ‘Nicht im Internet (einsehbar)’ soll allerdings aus Gründen der Vereinfachung und des besseren Leseflusses in Zukunft entfallen. Es sei auch noch auf den Jahresrückblick 2005 am Anfang von News 20 hingewiesen, der schwerpunktartig das ganze Spektrum wichtiger Themen und Informationen vermittelt, das in FOREVER behandelt wird.

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L.M.M.

 

 

 

 

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